In der vergangenen Woche hat ein Stadtrat beschlossen, zwei Windkraftanlagen zu errichten.

Ein Beschluss, der klingt wie:

„Wir haben da eine Idee – und sie ist teuer.“

Die Politik reagiert wie immer:

Man fragt nach, man bittet um Gespräche, man verspricht Transparenz, man nickt ernst.

Alles richtig.

Alles wichtig.

Alles wie immer.

Doch während die Gremien reden, taucht eine Frage auf, die im Westerwald eigentlich verboten ist.

Eine Frage, die sofort als „kritisch“ gilt.

Oder schlimmer: als „logisch“.

Was kosten zwei Windräder – und was bekommt man dafür?

Zwei moderne Windkraftanlagen kosten zwischen 10 und 16 Millionen Euro.

Für diesen Preis bekommt man:

•        rund 8 Megawatt Leistung

•        etwa 20.000–24.000 MWh Strom pro Jahr

•        und ein Geräusch, das klingt wie ein Föhn auf Steroiden,

wenn der Wind freundlich in unsere Richtung pustet

Fortschritt macht eben Geräusche.

Vor allem, wenn er 150 Meter hoch ist und sich dreht wie ein übermotivierter Ventilator.

Was man weniger gern erzählt:

Windräder werden nicht gebaut, weil sie so schön sind.

Sie werden gebaut, weil sie 20 Jahre lang garantierte Einnahmen bringen.

Für:

•        Investoren

•        Projektierer

•        Energieunternehmen

Für alle, die an großen Dingen verdienen.

Die Bürger dagegen dürfen:

•        zuhören

•        zusehen

•        und zahlen

Wie immer.

Die Frage, die niemand hören will

Für dieselben 10–16 Millionen Euro könnte man 800 bis 1.600 Hausdächer mit Photovoltaik ausstatten.

Das ergibt ebenfalls rund 8 Megawatt Leistung

nur eben verteilt auf Dächer statt auf zwei gigantische Wind‑Sparschweine.

Ja, Wind liefert im Jahr mehr Strom als PV.

Aber:

•        PV macht keinen Lärm

•        PV steht niemandem im Blick

•        PV gehört den Menschen

•        PV entlastet Haushalte direkt

•        PV bringt Wertschöpfung vor Ort – nicht nach Luxemburg

Und dann kommt die Frage, die alles verändert:

Was wäre, wenn Hausbesitzer nichts zahlen müssten?

Wenn sie ihren Strom kostenlos nutzen dürften?

Und den Rest einfach ins Netz speisen?

Die Antwort ist einfach:

Dann wäre die Energiewende schneller erledigt,

als der erste Projektierer „Einspeisevergütung“ sagen kann.

Aber klar – das wäre zu logisch.

Zu bürgerfreundlich.

Und viel zu wenig profitabel für die Falschen.

Das eigentliche Problem: Deutschland kann Strom nicht speichern

Deutschland hat ein Stromsystem, das:

•        nachts Windstrom produziert

•        ihn mangels Speicher billig ins Ausland verschenkt

•        und ihn tagsüber teuer zurückkauft

Ein System, das sich dreht, aber nicht bewegt.

Wie ein Hamsterrad – nur teurer.

Gemeinden stehen mittendrin –

ohne echte Steuerungsmacht.

Sie dürfen zugucken, wie der Strom wegfliegt,

und später teuer wieder reinschneit.

Dabei sind Speicher:

•        technisch möglich

•        sofort umsetzbar

•        sinnvoll

Sie werden nur nicht gebaut,

weil das Strommarktsystem sie nicht belohnt.

Wie ein Schüler, der für Hausaufgaben keinen Punkt bekommt –

warum sollte er sie machen?

Was eine Gemeinde wirklich tun könnte

Eine Gemeinde könnte längst ein eigenes PV‑Speichersystem haben.

Dafür braucht es:

•        eine Machbarkeitsstudie

•        Fördermittel

•        einen Standort

•        und die Entscheidung, ob man abhängig bleiben möchte – oder selbst gestalten

Politisch machbar.

Finanziell realistisch.

Sozial akzeptiert.

Und vor allem: logisch. 

Was die Menschen dazu sagen

Nach einem Kommentar zu diesem Thema kamen Reaktionen wie:

•        „Du bist da einer ganz großen Sache auf der Spur!“

•        „Und wer baut den Schrott nach 20 Jahren wieder ab? Wir zahlen das doch am Ende!“

•        „Besser hätte man es nicht schreiben können!“

Die Menschen verstehen mehr, als man ihnen zutraut.

Sie sehen, was passiert.

Sie hören, was verschwiegen wird.

Sie spüren, wer profitiert – und wer nicht.

Und sie haben Humor.

Mehr als mancher Ausschuss.

Warum nachts zu viel Strom da ist – und warum das niemand laut sagen will

Eine FRAU‑A.-Erklärung

Es gibt Dinge, die man im Westerwald nicht hinterfragt.

Zum Beispiel:

•        warum Kühe immer wissen, wann es regnet

•        warum der Nachbar schon um 6 Uhr morgens den Rasen mäht

•        und warum Deutschland nachts Strom im Überfluss hat,

obwohl niemand das Licht anlässt außer ein paar Kühlschränken und einer Handvoll schlafloser Seelen

Doch FRAU A. wäre nicht FRAU A.,

wenn sie nicht genau diese Frage stellen würde.

🌙 Warum ist nachts immer zu viel Strom da?

Ganz einfach:

Weil unser Stromsystem aus einer Zeit stammt,

in der Telefone noch Wählscheiben hatten

und Kraftwerke so träge waren wie ein alter Kaltblüter.

1. Grundlastkraftwerke laufen durch – egal, ob jemand Strom braucht oder nicht

Kohle, Gas, früher Atom –

diese Kraftwerke sind wie Dampfloks:

Einmal an, immer an.

Runterfahren lohnt sich nicht,

hochfahren dauert ewig.

Also laufen sie.

Auch nachts.

Auch ohne Bedarf.

Ergebnis: Überschuss.

2. Wind weht nachts oft stärker

Windräder sind wie Teenager:

Nachts plötzlich voller Energie,

tagsüber eher so mittel.

Also kommt nachts noch mehr Strom dazu.

Und weil niemand weiß, wohin damit,

wird er billig ins Ausland verkauft.

3. Die Industrie schläft – und die Haushalte auch

Nachts verbrauchen wir:

•        kaum Strom

•        kaum Wärme

•        kaum Prozessenergie

Wenig Verbrauch + viel Erzeugung = Überschuss.

4. Deutschland hat kaum Speicher

Und hier liegt der eigentliche Skandal:

Wir könnten den Nachtstrom speichern.

Technisch.

Sofort.

Ohne Magie.

Ohne Raketenwissenschaft.

Aber:

•        das Strommarktsystem belohnt Speicher nicht

•        Investoren verdienen daran nichts

•        also baut sie niemand

Ergebnis:

Wir verschenken den Strom nachts billig.

Und kaufen ihn tagsüber teuer zurück.

Das ist kein Energiesystem.

Das ist ein schlechter Flohmarkt.

🌞 Und tagsüber?

Tagsüber passiert das Gegenteil:

•        Industrie läuft

•        Büros laufen

•        Wärmepumpen laufen

•        Haushalte laufen

Und plötzlich fehlt Strom.

Also kaufen wir ihn zurück.

Teuer.

Manchmal sogar denselben Strom,

den wir nachts verschenkt haben. 

🌬️ Und was bedeutet das für Windräder?

Windräder verstärken das Problem,

aber sie verursachen es nicht.

Das Problem ist:

Wir haben ein Stromsystem aus dem letzten Jahrhundert

und versuchen damit die Energiewende zu machen.

Das ist, als würde man versuchen,

mit einem Nokia 3310 Netflix zu streamen.

🌟 FRAU‑A.-Fazit

•        Ja, nachts gibt es fast immer zu viel Strom.

•        Ja, der wird billig verkauft.

•        Ja, tagsüber wird teuer zurückgekauft.

•        Nein, das liegt nicht nur an Windrädern.

•        Es liegt an Grundlastkraftwerken, fehlenden Speichern

und einem Marktsystem, das falsch belohnt.

Und genau deshalb stellt FRAU A. die Frage,

die niemand hören will:

Warum bauen wir nicht zuerst Speicher und PV auf jedes Dach,

bevor wir noch ein Windrad in den Wald stellen?

Das ist nicht kritisch.

Das ist logisch.

Und Logik ist im Energiesystem leider der seltenste Rohstoff.

Ein kleiner Hinweis in eigener Sache

Diese ganze Geschichte –

Windräder, Speicher, Politik, Bürger, Lärm, Logik und Wahnsinn –

spielt übrigens eine Rolle in meinem zweiten, noch nicht erschienen Buch der Serie

„Das Lebenshaus: Ein Dorf wird autonom – Titel: Blackout im Westerwald“

Reine Fiktion natürlich.

Wie immer.

Fast.

Und genau deshalb musste ich mich etwas intensiver mit diesem Thema beschäftigen.

Man will ja wissen, worüber man schreibt.

Auch wenn es manchmal klingt wie Satire.