Über 30 Jahre lang wurde jedes Symptom einzeln betrachtet. Mal war es der Rücken, mal die lähmende Erschöpfung, mal der Kopfschmerz. Ich rannte von Arzt zu Arzt, doch niemand sah das große Ganze. Erst viel zu spät erhielt das Kind einen Namen: Fibromyalgie.

Heute weiß ich: Meine Fibromyalgie kam nicht einfach „zurück“. Sie hat mich nicht angegriffen. Sie hat mich gewarnt.

Das Gesetz des Funktionierens

Als mein Sohn in der Sucht versank, habe ich nur noch funktioniert. Ich habe getragen, gedeckt, gehofft und gekämpft. Ich habe versucht, ein Leben zusammenzuhalten, das in seinem Kern längst zerbrochen war. In dieser Zeit habe ich meinen Körper buchstäblich missbraucht, um die Last der Co-Abhängigkeit und den Schmerz um mein Kind auszuhalten.

„Ich habe nicht hingeschaut, als mein Körper mir die ersten Anzeichen gab. Ich habe einfach weitergemacht, weil ich dachte, ich müsse es.“

Der Zusammenbruch als Wendepunkt

Im Dezember 2024 kam der dritte Komplettzusammenbruch. Der Druck war zu groß geworden. Das Nervensystem war im Daueralarm. Fibromyalgie ist eben nicht nur „Schmerz“. Es ist ein Stopp-Schild der Seele. Es ist der Schrei eines Körpers, der zu lange übergangen wurde.

Ich musste eine bittere Wahrheit akzeptieren: Die Spuren des jahrelangen Raubbaus sind tief. Ich werde vermutlich nie wieder an eine klassische Arbeitsstelle zurückkehren können.

Frieden in der Akzeptanz

Doch in dieser Akzeptanz liegt eine unerwartete Freiheit. Ich weiß heute, wie ich gesünder werden kann – nicht durch noch mehr Leistung, sondern durch radikale Ehrlichkeit mir selbst gegenüber. Heilung beginnt dort, wo der Körper endlich „Nein“ sagen darf.

Ein kleiner Triumph im Alltag:
Seit einigen Wochen kann ich wieder ganz allein aus der Hocke aufstehen. Eine vermeintliche Kleinigkeit, die für mich die Welt bedeutet. Endlich schaffe ich es wieder, in meinen Blumenbeeten im Garten etwas zu tun, die Erde zu spüren und selbst Hand anzulegen.

Ein kleiner Sieg für meine Welt – ein Triumph für mich. Ich hole mir mein Leben zurück. Schritt für Schritt. Kniebeuge für Kniebeuge. 💃🏼

Ein Wort an dich
Ich teile meine Geschichte, weil ich weiß, dass viele Frauen glauben, sie müssten stark sein, bis sie brechen. Aber dein Körper bricht nicht, um dich zu bestrafen. Er bricht vielleicht, um dich zu retten.

Ich weiß, wie einsam sich dieser Weg anfühlen kann.

Wenn du deine Gedanken zu diesem Thema mit mir teilen möchtest oder dich in meiner Geschichte wiederfindest, schreibe mir gerne eine persönliche Nachricht.

Ich lese jede Nachricht selbst.

Alles Liebe,
Deine Astrid (Frau A.)