Die letzten drei Monate waren kein Sprint.
Sie waren auch kein Stillstand.
Sie waren ein Weg zurück zu mir – langsam, ehrlich, unspektakulär und doch tief.
Ich habe in dieser Zeit drei Bücher in die Welt gebracht.
Nicht geplant, nicht strategisch, nicht als „Launch“.
Sie waren einfach fertig.
Sie wollten raus.
Und ich habe sie gehen lassen.
Dazu kamen ein Workbook, ein kleines Umdreh‑Buch und drei personalisierte Projekte.
Alles aus meinem MG‑Sein heraus – kraftvoll, klar, impulsiv, wenn die Energie da war.
Und wenn sie nicht da war, ging nichts.
Auch das musste ich lernen.
Manchmal wird mir vorgeworfen, ich würde meine Bücher von einer KI schreiben lassen.
Weil es schnell ging.
Weil ich viel erschaffen habe.
Weil Menschen nicht sehen, was dahintersteht.
Die Wahrheit ist:
Ich hatte am 2. Weihnachtstag die Rohfassung von DER TANZ DER MUTTERLIEBE fertig.
Ich habe selbst korrigiert, selbst lektoriert – mit Programmen, die jeder nutzen kann.
Ich habe gelernt, wie man ein Cover erstellt, in der richtigen Auflösung, im richtigen Format.
Ich habe gelernt, wie man bei KDP veröffentlicht, welche Hürden es gibt, worauf man achten muss.
Ich habe meine Website gebaut.
Ich habe Marketing gemacht – ohne Geld, nur mit Mut, Verstand und Ausdauer.
Ich habe gelernt, weil ich Lernen liebe.
Und weil niemand es für mich getan hätte.
Gleichzeitig habe ich gelernt, was es bedeutet, mit Fibromyalgie zu leben.
Mit Schmerzen, die kommen, wann sie wollen.
Mit Tagen, an denen selbst Aufstehen ein Kraftakt ist.
Mit Momenten, in denen ich nicht weiß, wie es weitergehen soll.
Mit dem NICHTwissen.
Mit dem NICHTkönnen.
Mit dem Schmerz darüber, dass Dinge, die für andere selbstverständlich sind, für mich unerreichbar bleiben.
Es gab Tage, an denen mein Körper mich ausgebremst hat.
Tage, an denen die Knie brannten, die Beine schwer waren, die Haut juckte, der Kopf müde war.
Tage, an denen ich dachte: Wie soll das gehen.
Und ich hatte keine Antwort.
Und dann ist da der Schmerz um meinen jüngsten Sohn.
Der fehlt.
Der immer fehlt.
Ein leiser Schmerz, der nicht schreit, aber bleibt.
Ein Schmerz, der mich begleitet, egal wie viel ich erschaffe.
Und trotzdem stehe ich jeden Tag wieder auf.
Nicht heroisch.
Nicht stark.
Sondern weil ich es tue.
Weil ich es kann.
Weil ich es gelernt habe.
Und bei all dem bin ich stolz auf mich.
Nicht laut.
Nicht übertrieben.
Sondern still.
Ich kann es inzwischen zulassen, stolz zu sein.
Mein Körper zeigt mir kleine Fortschritte.
Ich habe wieder etwas Kraft in den Beinen.
Ich kann in die Hocke gehen und komme wieder hoch.
Undenkbar vor ein paar Wochen.
Die Tiefenmuskulatur ist noch beleidigt, sie krampft immer wieder heftig – und nein, es liegt nicht an Magnesium.
Es liegt im ZNS.
Es ist die Krankheit, die ich jahrelang gut im Griff hatte.
Bis dieser ganze Irrsinn mit den Drogen bei meinem Sohn begann.
Bis die Gürtelrosen kamen.
Bis mein System irgendwann nicht mehr konnte.
Aber aufgeben?
Nein.
Kämpfen?
Auch nicht.
Ich lebe.
Nur in einem anderen Tempo.
Mit anderen Bedingungen.
Mit mehr Bewusstsein für mich.
In diesen drei Monaten habe ich auch ein neues Leben begonnen.
Nicht laut, nicht radikal – sondern klar.
Human Design hat mir eine Sprache gegeben für das, was ich immer war.
Die Identitätstafel hat mir gezeigt, wo ich stehe.
Und ich habe verstanden, dass ich nicht nur für mich schreibe.
Ich schreibe für Menschen, die schwere Lasten tragen.
Für Menschen, die Krisen überlebt haben, oder sich in welchen befinden.
Für Menschen, die sich selbst verloren haben und nicht wissen, wie sie zurückfinden sollen.
Ich will es ihnen leichter machen.
Nicht, indem ich ihnen etwas abnehme.
Sondern indem ich ihnen zeige, dass es Wege gibt.
Dass Klarheit möglich ist.
Dass Identität nicht verloren geht – sie wird nur überdeckt.
Ich habe in diesen drei Monaten Rollen abgelegt, die mir nicht mehr passen.
Erwartungen losgelassen, die mich müde gemacht haben.
Strukturen gebaut, die mich tragen, statt mich zu erschöpfen.
Und ich habe verstanden, dass mein Tempo kein Fehler ist.
Dass Stille auch ein Launch sein kann.
Dass mein Körper mir die Wahrheit sagt, lange bevor mein Kopf sie versteht.
Emotional bin ich gerade ausgelaugt.
Und das ist kein Problem.
Es ist Integration.
Mein System sortiert sich.
Ich darf Pause machen.
Auch das musste ich lernen.
Die letzten drei Monate haben mich verändert.
Nicht sichtbar für alle – aber spürbar für mich.
Ich gehe weiter.
Nicht schneller.
Nicht lauter.
Nur klarer.
Trägst du auch eine Last, die nicht mehr zu dir gehört?