Hallo in meiner Schreibwerkstatt. Heute möchte ich mit euch tief graben.
Wir sprechen über ein Thema, das oft belächelt, kleingeredet oder mit hohlen Phrasen abgetan wird.
Ich habe sie alle gehört:
„Andere Mütter haben auch tolle Söhne“,
„Reiß dich mal zusammen“ oder
„Du findest schon wieder jemanden“.
Diese Sätze verletzen oft mehr als der Kummer selbst.
Sie sind wie billige Pflaster auf einer Wunde, die eigentlich Raum und Heilung bräuchte.
Sie sprechen uns das Recht ab, den Schmerz in seiner vollen Tiefe zu spüren.
Doch ich habe gelernt:
Wer den Schmerz nicht ehrt, findet den Weg zur Heilung nicht.
Wenn die Liebe zum Gefängnis wird
Ich weiß, wovon ich schreibe. Mein Weg war kein gerader.
Nach dem Tod meines Mannes fand ich neun Monate später eine neue Liebe.
Ich war sofort verliebt – eine Liebe, die bis heute, über zehn Jahre später, immer noch in mir existiert.
Doch sie hatte einen Preis. Ich wurde zur „Affärenfrau“. Ich blieb in der Sehnsucht, in der Hoffnung, in der Abhängigkeit.
Ich nahm schließlich an einem Liebeskummer-Coaching teil und absolvierte eine einjährige Ausbildung zum Soul-Love-Coach.
Dort und später bei Melanie im HerzRaum – Dein Platz für Klarheit, Mut & emotionale Freiheit
verstand ich endlich:
"Liebeskummer ist nichts anderes als die vorübergehende Abwesenheit von Liebe zu mir selbst."
Der Seelenpartner: Ein Spiegel, kein Retter
In meinem Buch („DER TANZDER MUTTERLIEBE“) beschreibe ich im Kapitel 26 genau diese Begegnung.
Lange dachte ich, dieser Mann – mein persönliches Chaos“ – würde mich zerstören.
Heute weiß ich: Er war ein Katalysator. Ein Übergangsmensch.
Er hat mich nicht zerstört, er hat mich entlarvt.
Er zeigte mir gnadenlos, wo ich selbst noch keine Ruhe hatte.
Mein Nervensystem reagierte auf ihn fast identisch wie auf die Belastungen mit meinem jüngsten Sohn: ständige Wachsamkeit, Überforderung, das Gefühl, nicht in Ruhe sein zu dürfen.
Das war kein persönliches Versagen, sondern meine Biografie, die durch ihn getriggert wurde.
Er war nicht der „Richtige“ für ein gemeinsames Leben, aber er war der Richtige für mein Wachstum.
Hat Liebeskummer ein Verfallsdatum?
Oft hörte ich, Liebeskummer sei ein Wort für Teenager.
Was später kommt, sei nur noch „Enttäuschung“ oder „Manipulation“.
Doch ich sage ganz deutlich:
Liebeskummer ist nicht altersabhängig.
Das Herz altert nicht. Die Sehnsucht nach echter Verbindung brennt mit 60 genauso wie mit 16.
Wir müssen nicht „erhaben“ oder „perfekt“ sein, nur weil wir älter sind.
Unsere Verletzlichkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Lebendigkeit.
Die Tarnnamen des Kummers
Oft erkennen wir den Liebeskummer gar nicht, weil er unter anderen Namen auftritt:
- Erschöpfung und Leere: Wenn das Kämpfen um Liebe alle Kraft raubt.
- Überanpassung: Wenn wir uns verbiegen, bis wir uns selbst nicht mehr spüren.
- Der Schutzpanzer: „Ich brauche niemanden, ich komme allein klar.“
Der Weg zurück:
„Ich brauche mich. Und das reicht.“
Liebeskummer hört nicht auf, wenn jemand Neues kommt.
Er hört auf, wenn man sich selbst wiederfindet. Wenn man aufhört, jemandem hinterherzulaufen, um sich wertvoll zu fühlen.
Ein Seelenpartner ist kein romantisches Märchen, sondern eine Einladung, die eigenen Hausaufgaben zu machen – nicht in seiner Geschichte, sondern in deiner eigenen.
Liebeskummer ist kein Ende.
Er ist ein leiser, klarer Schritt zurück ins eigene Leben.
Und irgendwann merkst du: Es zieht nicht mehr. Du bist einfach wieder da. Bei dir. Ganz.
Deine Reflexion für heute:
Welchen Namen trägt dein Kummer gerade? Ist es Sehnsucht, Erschöpfung oder ein Schutzpanzer?
Schreib mir gerne eine Nachricht.